Ashton und Clinton: „Schritt zurück bei der Entwicklung der Demokratie und dem Respekt für Menschenrechte“

24. Dezember 2010

Joint Statement by EU High Representative Catherine Ashton and US Secretary of State Hillary Clinton on the post-Presidential Elections situation in Belarus:

“The United States and the European Union reiterate their call for the immediate release of the presidential candidates and the over 600 demonstrators who have been taken into custody in the wake of the presidential elections in Belarus.  We strongly condemn  all violence, especially the disproportionate use of force against presidential candidates, political activists, representatives of civil society and  journalists.  Taken together,  the elections and their aftermath represent an unfortunate step backwards in the development of democratic governance and respect for human rights in Belarus.  The people of Belarus deserve better.

The European Union and the United States recognize the serious problems with the electoral process and the vote count as reported by the OSCE election observation mission and urge the Government of Belarus to meet its commitments to the OSCE to substantially reform the electoral process.  The Government of Belarus should take the steps necessary to create political space for political activists, civil society representatives, and independent journalists.

Respect for democracy and human rights remain central to improving Belarus’s relations with the United States and the European Union.  Without substantial progress in these areas, relations will not improve.  It is against this background that we will be assessing the Government of Belarus‘s actions to address the current situation and to take developments into account as we review our relations with Belarus.  The European Union and the United States intend to continue theirsupport for and engagement with the people of Belarus and civil society representatives.”

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Kurze Zeit der relativen Liberalisierung beendet – Lukaschenko: Ende der „sinnlosen Demokratie“

23. Dezember 2010

Statement by the Office for a Democratic Belarus (Brussels, Belgium) and the Belarusian Institute for Strategic Studies (Vilnius, Lithuania) on the post-election situation in Belarus:

„The violent crackdown on the post-election protests in Minsk on 19 December, 2010 cameas a symbolic ‘closing’ of the brief period of relative liberalisation, which Belarus enjoyedsince 2008. Independent accounts provide information suggesting that violent break into agovernment building was staged by security forces and used by riot police to arrest andbeat hundreds of people. President Lukashenka publicly declared his responsibility fortreating protesters in a brutal manner and announced the end of ‘senseless democracy,’showing his indifference to the ‘European structures.’

Over 600 people are being kept in prisons of Minsk and other Belarusian cities,including five presidential candidates. Some of them remained locked in police truckssince the night of detention and were deprived of food and water for two days. 181persons are facing criminal charges with possible punishment of up to 15 years injail.

Post-election events bring Belarus back to the situation of 2005-2006, perhaps with lesshope for dialogue and engagement. One needs to reflect on the long-term consequences ofwhat has happened and put efforts into minimising Belarus’ slide back in its darkest day ofrepression.

Therefore, we suggest that the European Union and its Member States, as well asother representatives of the international community immediately

  • Declare all people arrested on December 19 for participating in mass protestpolitical prisoners and call for their immediate release.
  • Declare its readiness to resume political dialogue with the government of Belarusonly upon release of all political prisoners and abstention from new repressive actsagainst individuals, parties, NGOs, and press.
  • Demand an independent international investigation of the December 19 events.
  • Declare solidarity and offer assistance to those who suffered from beating, arrests,and other repressive acts, and to their families.

We call on the government of Belarus to immediately release all those arrested inrelation with the December 19 events, stop repressions against its own citizens and returnto the path of liberal reform in the country.“


Westerwelle fordert Einhaltung demokratischer Standards bei der Wahl

18. Dezember 2010

Aus Anlass der Präsidentschaftswahlen in Belarus am morgigen Sonntag erklärte Bundesaußenminister Dr. Guido Westerwelle heute: 

„Die bevorstehenden Wahlen in Belarus sind ein wichtiger Gradmesser für die künftige Ausrichtung des Landes. Wir erwarten von der weissrussischen Führung die Einhaltung freier und demokratischer Standards bei der Durchführung der Wahlen.

Der Schlüssel für eine Annäherung zwischen der EU und Belarus liegt in Minsk. Eine Intensivierung der Beziehungen setzt Fortschritte bei Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und der Achtung der Menschenrechte in Belarus voraus.

Wir werden die künftige Führung des Landes daran messen, ob es zu echten Fortschritten in dieser Richtung kommt.“

Gemeinsam mit seinem polnischen Amtskollegen Radek Sikorski war Bundesminister Westerwelle am 2.11. nach Minsk gereist. In Treffen mit Präsident Lukaschenko, Außenminister Martynow sowie belarussischen Oppositionspolitikern hatten beide Minister zu freien und fairen Präsidentschaftswahlen aufgerufen.

(Quelle: Auswärtiges Amt)


Pofalla fordert freien Wahlkampf und demokratische Wahlen

4. November 2010

Kanzleramtsminister Ronald Pofalla hat am Mittwochabend das 13. Minsk Forum in Belarus eröffnet. In seiner Eröffnungsrede forderte er einen freien Wahlkampf und demokratische Wahlen. „Belarus gehört zu Europa“ und die EU sei sehr an einer weiteren Annäherung interessiert. Pofalla betonte aber auch, dass die EU eine Wertegemeinschaft ist. Für eine weitere Annäherung von Belarus an die EU „fehlen wichtige Vorraussetzungen; das Regime weiß, dass wir weitere Bemühungen fordern“.

Die Achtung von Menschenrechten, demokratischen Werten und Prinzipien des Rechtsstaates seien unabdingbare Vorraussetzungen für eine weitere Annäherung. Er betonte daher, dass die EU sehr genau beobachten werde, ob die Präsidentschaftswahlen im Dezember den demokratischen Standards entsprechen werden. Es sei darüber hinaus aber auch unabdingbar, dass es einen freien Wahlkampf geben werde: Es müsse zu „Verbesserungen im Wahlrecht, in der Versammlungs- und Meinungsfreiheit und in der Pressfreiheit“ kommen.

„Die Nichtregistrierung von Parteien und Nichtregierungsorganisationen bereitet uns große Sorgen“. Für den Wahlprozess nannte Ronald Pofalla auch konkrete Forderungen: Die Abschaffung unnötiger Hürden bei der Registrierung von Parteien, die Verbesserung des Zugangs von Oppositionsparteien und Politikern zur Öffentlichkeit und den Medien, die Einbindung von Oppositionsparteien in Wahlkommissionen und die Abschaffung von Hindernissen für Wahlbeobachter.

Ronald Pofalla nutze seine Belarus-Reise – genau wie Guido Westerwelle, der Anfang dieser Woche in Minsk war – auch dazu, sich mit Vertretern von unabhängigen belarussischen Medien, Vertretern der Zivilgesellschaft und Oppositionspolitikern zu treffen.


„Unsere Verfassung beinhaltet das Recht auf friedliche Demonstrationen“

14. Oktober 2010
Alexander Milinkiewitsch

Alexander Milinkiewitsch

Alexander Milinkiewitsch hat die Menschen in Belarus dazu aufgerufen, am 19. Dezember ihre Haltung gegenüber der Präsidentschaftswahl zu bekunden. Vor Journalisten in Brest sagte er, dass die Menschen dazu ein Recht haben: „Unsere Verfassung beinhaltet das Recht auf friedliche Demonstrationen und Proteste.“

 

Milinkiewitsch verwies darauf, dass nach KGB-Angaben nach den Präsidentschaftswahlen 2006 mehr als 34.000 Menschen auf den Oktoberplatz in Minsk gekommen sein. Dies sei „eine Menge, angesichts der Furcht in unserem Land“. Wie viele es dieses Jahr werden könnten, ließ Milinkiewitsch offen, er zeigte sich aber optimistisch, dass es noch deutlich mehr werden könnten. Wichtig sei ihm, dass die Demonstrationen friedlich ablaufen: „Das ist meine Forderung. Wenn es zu blutigen Ausschreitungen kommt, so ist dies eine kolossale Verantwortung der Politiker.“

In Brest nahm Milinkiewitsch an der Sammlung von Unterstützerunterschriften für Grigorij Kostusew teil. Dort sagter er, dass er nach wie vor wenig Hoffnung auf die Einigung auf einen gemeinsamen Oppositionskandidaten habe. „Es gibt ein riesiges Problem mit der Einigung der Demokratischen Kräfte. Und dies ist einer der Gründe, warum ich nicht als Kandidat an dem Wahlkampf teilnehme.“