„Es lebe Belarus!“

Mehr als 1.000 Menschen haben heute Abend friedlich in Minsk demonstriert. Witalij Rymaschewskij hatte in seiner Vorstellungsrede im Fernsehen dazu aufgerufen, sich um 18 Uhr auf dem Oktoberplatz zu versammeln anlässlich des 14. Jahrestages des Verfassungsreferendums von 1996, welches Lukaschenko unter Einsatz von massivem politischen Druck abhalten ließ, um seine Amtszeit zu verlängern. Nikolai Statkewitsch hatte sich dem Aufruf angeschlossen, auch Wladimir Nekljajew beteiligte sich an der Veranstaltung.

Um 18.15 Uhr begrüßte der Vorsitzende der Jungen Front, Dmitri Daschkewitsch, die zahlreichen Demonstranten: „Die Zeit wird kommen, früher oder später wird Lukaschenko zur Rechenschaft gezogen werden.“  Rymaschewskij lobte den Mut der Menschen, sich an der Versammlung zu beteiligen. Nach Grußworten von Statkewitsch und Nekljajew setze sich die Menschenmenge in Bewegung Richtung Platz der Unabhängigkeit und skandierte den Slogan „Es lebe Belarus!“.

Im Haus in dem die Zentrale Wahlkommission untergebracht ist, waren bereits alle Lichter aus. Rymaschewskij und Statkewitsch übergaben Anträge an einen Sicherheitsbeamten in der Hoffnung, dass diese morgen Lidia Jermoschina, der Vorsitzenden der Zentralen Wahlkommission vorgelegt werden.

Vor dem Haus der Regierung forderten die Demonstranten Freiheit für alle politischen Gefangenen. Die Aktion heute sei keine Werbeaktion für einzelne Präsidentschaftskandidaten gewesen, sondern der Beginn von Demonstrationen, um dem „gegenwärtigen Regime am 19. Dezember ein Ende zu setzen“. Witalij Rymaschewskij rief zum Ende der Demonstration dazu auf, sich morgen um 18 Uhr erneut zu versammeln. Als Treffpunkt nannte er den Hauptbahnhof in Minsk.

Die gesamte Demonstration wurde von zivilen und uniformierten Polizisten begleitet und stand unter genauer Beobachtung von Vertretern der lokalen Wahlkommission. Ein Sprecher des Ministeriums für innere Angelegenheiten wies daraufhin, dass die Demonstranten sowohl gegen Verwaltungs- als auch gegen Wahlrecht verstoßen hätten. Berichte über die Veranstaltung würden umgehend an die Zentrale Wahlkommission weitergeleitet – wie diese reagieren wird, ist derzeit völlig offen.

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