Mit der Straßenbahn zur Zentralen Wahlkommission

Was haben Wladimir Nekljajew, Präsidentschaftskandidat der Kampagne „Sag die Wahrheit“, Jaroslaw Romantschuk, Präsidentschaftskandidat der Vereinigten Bürgerpartei, Vladimir Proval, „Bester Belarussischer Entrepreneur des Jahres 2009“ und Natalia Starikova, eine Krankenschwester aus der Region Gomel gemeinsam? Alle vier haben sich heute auf den Weg zur Zentralen Wahlkommission gemacht. Bis morgen können potenzielle Präsidentschaftskandidaten dort die Registrierungsunterlagen für ihre Initiativgruppen einreichen, die dann ab dem 30. September landesweit 100.000 Unterstützer-Unterschriften sammeln müssen.

Dass Vladimir Proval und Natalia Starikova heute bei der Wahlkommission auftauchen würden, war eine große Überraschung. Die beiden waren vorher öffentlich in keiner Weise in Erscheinung getreten. Proval wurde lediglich 2009 als „Bester Belarussischer Unternehmer in der Erbringung von Dienstleistungen“ ausgezeichnet. Die Frage, wie ernsthaft die beiden Bewerbungen sind, darf gestellt werden: So umfasst die Initiativgruppe von Proval lediglich 202 Personen, die von Starikova sogar nur 30 und damit weniger als die 100 erforderlichen.

Nekljajew, der zur Überraschung vieler Journalisten mit der Straßenbahn zur Wahlkommission fuhr, registrierte heute eine 2.575 Personen starke Initiativgruppe. Romantschuk reichte seine Unterlagen ebenfalls ein, er konnte auf 1.423 Personen in seiner Gruppe verweisen. Beide kündigten an, morgen ca. 100-150 weitere Personen für die Initiativgruppen zu benennen.

Unter Beobachtern wird mittlerweile offen darüber diskutiert, wie viele – und welche – Kandidaten die notwendigen 100.000 Unterstützer-Unterschriften bekommen werden. Unabhängig davon, welche Kandidaten im Endeffekt zur Wahl zugelassen werden, scheint es von Tag zu Tag unwahrscheinlicher, dass die Opposition im Endeffekt gemeinsam für einen Kandidaten kämpfen wird. So spricht beispielsweise Witalij Rymaschewskij bereits davon, die Wahl zu boykotieren, sollte er es nicht schaffen, als Kandidat zugelassen zu werden. Einen der anderen Kandidaten zu unterstützen, sei für ihn nicht denkbar. Selbst Michalewitsch, Kostusew und Gluschakov, die sich zu der Kampagne „Belarussische Wahl“ zusammengeschlossen hatten, sind sich bei der Frage eines gemeinsamen Kandidaten nicht einig. Zunächst wollen alle drei probieren, die erforderlichen 100.000 Unterschriften zu sammeln. Zur Frage, ob man darüberhinaus beispielsweise mit Neklajew sprechen solle, herrscht Uneinigkeit.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: