Die Wahlbeteiligung lag um 14 Uhr nach offiziellen Angaben bei 65,2%. Laut Lydia Jermoschina, der Vorsitzenden der Zentralen Wahlkommission, verlaufe alles nach Plan, “fundierte Beschwerden” zum Verlauf der Wahlen habe sie noch nicht erhalten. Das sehen die Oppositionskandidaten ganz anders, sie haben angekündigt, heute Abend Beweise für ihre Vorwürfe der Wahlfälschung vorlegen zu wollen.
Das private Minsker Meinungsforschungsinstitut EcooM, welches 2003 mit Unterstützung der Präsidialadministration gegründet wurde und einer der drei Lizenzen bekommen hat, bei dieser Wahl Exit Polls durchzuführen, hat bereits erste Ergebnisse dieser Wahltagsbefragung veröffentlicht – obwohl selbst die Zentrale Wahlkommission darum gebeten haben soll, vor Schließung der Wahllokale keine Zahlen zu nennen. Laut EcooM wird Lukaschenko 72,03 % der Stimmen erhalten – der stärkste Oppositionskandidat werde lediglich 6,3% bekommen. Die Zahlen sind mit äußerster Vorsicht zu genießen, erfahrene Meinungsforschungsinstitute haben bereits 2006 festgestellt, dass EcooM “nicht die geringste Ahnung davon (hat), wie man solche Umfragen durchführt“ (Rasa Alisauskiene, Leiterin des Litauisch-Britischen Meinungsforschungsinstitutes Balijos Tyrimai (Baltic Surveys/The Gallup Organization).
Verfasst von belaruswahl2010
Bis gestern Abend hatten – nach Angaben der Zentralen Wahlkommission – bereits 7,2% der Belarussen ihre Stimme abgegeben. 2006 hatten zu diesem Zeitpunkt 6,1% gewählt, der Trend des Vortages einer höheren Wahlbeteiligung in diesem Jahr während dieser Phase scheint sich also fortzusetzen. Besonders hoch ist die Wahlbeteiligung der im Ausland lebenden Belarussen: In den Botschaften weltweit sollen bis gestern Abend bereits 9% der registrierten, wahlberechtigten Personen ihre Stimme abgegeben haben. Wahlbeobachter gibt es hier nicht.